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Kloster Lüne – Standesamt

geschrieben von Christiane Bleumer im August 2014

Eingebettet in weitläufige Grünanlagen wirkt das Kloster Lüne wie eine Oase der Stille und Abgeschiedenheit. In kurzer Entfernung zur alten Salz- und Hansestadt Lüneburg empfängt den Besucher hier ein mittelalterliches Kloster inmitten alter Buchen und Eichenbäume. Vorbei an einem romantischen Kräutergarten führt der Weg in einen Innenhof, der mit altem Kopfsteinpflaster versehen ist, und den Blick auf die umliegenden Gebäude aus verschiedenen Epochen des heutigen Damenstiftes zulässt. Das ehemalige Benediktinerinnenkloster wurde 1172 gegründet. Nach zwei vernichtenden Bränden baute man es 1372 neu auf und erweiterte es in den folgenden Jahren zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Der Landadel hatte bis ins späte Mittelalter die Klöster gefördert, um dort seine Töchter unterbringen zu können. Nach der Reformation gab es die Zusage der Landesherren, für den Unterhalt der Klöster zu sorgen. Seit 1711 und bis in die heutige Zeit ist Kloster Lüne ein Damenstift, das unter der Leitung einer Äbtissin steht. Gleich zwei Trauzimmer stehen in dieser einmaligen Umgebung zur Auswahl, nämlich zum einen der helle Raum im ersten Stock des so genannten Krügerbaus und zum zweiten der Sommer-Remter im Kloster selbst. Der Krügerbau, der 1902 errichtet worden ist, liegt südlich vom rosafarbenen Gästehaus, das 1735 erbaut wurde. Die Fassade entspricht dem Villenstil der Gründerzeit. In dem Gebäude sind Wohnungen untergebracht, die schon einmal in den 1950er-Jahren renoviert wurden. Nach einer weiteren Renovierung des Gebäudes ist nun auch ein 40 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum für Vorträge und Konzerte im Obergeschoss entstanden, der gleichzeitig ideal für Eheschließungen genutzt werden kann. Etwa 25 Personen finden hier gemeinsam mit der Braut und dem Bräutigam Platz und können hier den Beginn eines neuen Lebensabschnitts des Paares begleiten. Rund 80 Gäste können dagegen im Sommer-Remter Platz nehmen. Aufgereiht an langen Holztischen können diese hier auch im 21. Jahrhundert noch den Geist des Mittelalters spüren. Nach seiner in den 1980er Jahren erfolgten Wiederherstellung stellt sich der Raum jetzt wieder in seiner ursprünglichen Gestalt dar. Das Balkenwerk zeigt ein beeindruckendes gemaltes Zickzackornament in Rot, Grau, Weiß und Schwarz. Durch zahlreiche Fenster in drei Wänden bietet der Sommer-Remter eine große Helligkeit. Diagonal geteilte Quadratfelder als weitere gemalte Dekorationen lassen für den Betrachter verblüffende pseudo-perspektivische Effekte entstehen. Ein kleiner Empfang nach der eigentlichen Trauungszeremonie ist im Vorraum, der „Alten Küche“, möglich, so dass die Gäste die besondere Atmosphäre dieses historischen Gebäudes noch etwas länger auf sich wirken lassen können.

Fotos: Michael Strzeletzki

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