Das Lüneburger Rathaus hat eine äußerst wechselvolle Geschichte. Die ältesten Teile des Rathauses entstanden um 1230. Von da an wurde es ständig erweitert.
Das Ensemble aus Einzelbauten ist ein Zeugnis verschiedener Epochen. Dennoch hat sich die Nutzung etlicher Räume über die Jahrhunderte nicht wesentlich verändert.
So ist es auch beim prächtigen Fürstensaal, der 1450 gebaut wurde. Schon immer wurde er für festliche Gelegenheiten genutzt.
Was liegt also näher, als auch standesamtliche Trauungen hier stattfinden zu lassen – zumindest dann, wenn eine sehr große Anzahl an Gästen erwartet wird. Denn bis zu 250 Freunde und Verwandte können der Zeremonie im Fürstensaal beiwohnen.
Der Saal besitzt eine Fläche von 34 mal 10 Metern. In diesem Raum fanden einst Tanzfeste des Rates und der hohen Bürgerschaft statt. Daher stammt auch die treffende Bezeichnung „Danzhus“.
Kamen auswärtige Delegationen in die Stadt, wurden sie hier offiziell und standesgemäß empfangen. Auch wenn der Landesherr Lüneburg einen Besuch abstattete, machten ihm die Ratsmitglieder und Bürger hier ihre Aufwartung. Gleichzeitig demonstrierten sie den Reichtum der Stadt.
Heute wird der prunkvolle Festsaal neben seiner Nutzung als Trausaal immer dann benötigt, wenn größere Veranstaltungen in Lüneburg stattfinden. Dazu gehören beispielsweise Empfänge für Abiturienten oder Konzerte.
Der spätmittelalterliche Raumcharakter bietet dafür einen stilvollen Rahmen und gewährt gleichzeitig einen Blick in die Geschichte Lüneburgs.
So erfährt der Gast etwa, welche Bürgermeister und Ratsherren im Jahr 1607 das Sagen hatten. Die Namen und Wappen dieser Personen sind auf dem Unterzug verewigt.
Einen besonders starken Akzent setzt die Bemalung der Decke, die die Atmosphäre des Raumes prägt. Im Wechsel mit doppelköpfigen Adlern sind dort fiktive Porträts der römischen und deutschen Kaiser und Könige zu sehen.
Nicht zuletzt durch die prachtvollen Hirschgeweihe, die als gotische Leuchter gleich in fünffacher Ausführung von der Decke hängen, bietet der Lüneburger Fürstensaal einen außergewöhnlichen Rahmen für eine Hochzeit, die wirklich etwas Besonderes sein soll.